Stülpner

Gründungsmitglied - Bleistiftspitzer - Feuchtlandemigrant - Betablocker - dauernörgelnder Traumschifftorpedo - Fichtenprinz (© TommyO) und halbtrockener 77er

Der erste wissentliche Gang ins altehrwürdige Tal datiert vom 03.05.1986. An besagtem Tag wurde gegen die Genossen aus Gorlmorxstodt 2-1 obsiegt, mein alter Herr hatte gute Laune und so gings seinem 9-jährigen Spross auch gut. Ich hatte noch nie so viele Betrunkene gesehen, verstand die meisten Sprechchöre nicht (meine wohl erste Schamesröte) und war dennoch begeistert. Als mich dann mein Gevater erneut auf die Tribüne einschleuste (Herbst 1986) wurde Erfurt mit 4-1 nach hause geschickt- da war ich dann schon ein kleiner Fan. Sonst wurden die sonnabendlichen Nachmittage so zelebriert, dass wir am Küchentisch hockten und bei Radio DDR 1 mein Opa penibel die Spielverläufe der Konferenzschaltungen mitnotierte. Ja so war das damals.

Als festen Bestandteil des heimischen Zuschauerstammes (nach sporadischen Besuchen Anfang und Mitte der 90er) kann man sich seit 1998 zählen. Grund zum Feiern hatten wir genügend. Persönlich gut erinnerte er sich an die eher sportlich unbedeutenden aber umso emotionaleren Spiele anfangs gegen Zwickau (Pokalendspiele), später dann Chemnitz oder Dynamo (Petr Grunds direkt verwandelte Ecke). Derbys sind halt doch das Schönste. Unvergessen war die Offenbarung vom April 2003 gegen den Angstgegner Wattenscheid, die vielen stimmungsvollen Heimspiele in Liga Zwo, die Gastauftritte mit "Mannes- Reisen- International" in WM-Stadien wie München, Köln und Lautern, aber auch die Touren nach Babelsberg 2002, Haching (Weihnachten 2003) oder andere Abstecher mit dem Siechenbus westwärts bleiben unvergessen, als letztes wäre noch das gedrehte Ding gegen die Offenbächer zuhause im Old Otto anno Dezember 2009 erwähnenswert.

Als Drops der ersten Stunde durfte meinereiner die Anfangszeiten des ersten interaktiven Forums für Auefans miterleben, der eigentliche Keim der heutigen Schreyhälse bzw. Stehplatzdickwänster. Unzählige Fanstammtische prägten das Bild rund um das lilaweiße Weltbild und da blieb es nicht aus, dass sich der versammelte Haufen unter einem gemeinsamen Namen vereinigte. Schließlich will man ja wissen, wovon montags die Stimme versagt. Als Anhänger unserer BSG sind wir ja alle besonders leidgeprüft, wo sonst grüsst so zuverlässig das Motor-Suhl-Syndrom (© Mike E.) wo anderortens das Murmeltier, aber der erleichterte Gesichtsausdruck eines jeden Schreyhalses (wenn mal wieder was gerissen wurde) beweist, wieso wir halt kollektiv einen an der Klatsche haben...