33. Spieltag 3. Liga 2009/10
FC Erzgebirge Aue - VfL Osnabrück 3:0

Erich währt am Längsten

Willkommen verehrte Zuhörer an allen angeschlossenen Funkhäusern. Bei fünf halben Grad, dunklen Wolken und überfüllten Traversen durften heute knapp 12.000 Lusttrunkene nach langem Warten wieder nach einem Klassenkrösus verlangen. Der Spielplangestalter muss es wohl genau gewusst haben, wo Helden vom Pferd auf einen Esel steigen. Jedenfalls versprühte die Heimelf mit gefühlten siebzehn Heimsiegen ohne Gegentor und der Feststellung dass *man ohne Reden viel besser Reinhauen kann* zumindest vorsichtig ausgedrückt eine Nuance von Selbstsicherheit. Unbeeindruckt, dem heroischen und nie für möglich gehaltenen Coup auf der kleinen Schwabenwiese folgend, wollte man sich ran machen, diesen auf dem heimischen Schlachtfeld zu vergolden. Und es ward angerichtet ...

Das am Anfang übliche und gleichsam nervige Abgetaste- und Getätschel wurde ad acta gelegt und die Osnasen Ihrerseits suchten Ihr Heil wohlweislich in der Flucht nach vorne, was aber den äußerlichen Wetterkaprio- ähh Witterungseinflüssen entgegen als laues Lüftchen endete. Nach paar Minuten merkte man dann auch endlich mal, wer denn hier was reißen wollte. Die Wahl von Gleitsichtgläsern war die Schlechtere, denn der Platzwahl zufolge gings gen Lößnitzer Tor und der Kurzsichtige war angearscht. Will heißen, es spielte nur Aue, und das war auch gut so. Curri und Müller als Flügelzange, beweglich und mit schnellen und gezielten Pässen Richtung Fels in der Brandung namens Erich. Hinten gewohnt alles im Lot, in der Mitte durfte Hensel in alter Manier stochern und Hochscheidt zwischen den Seitenlinien seine Furchen ins Grün ziehen. Wem haben wir nur diese Band zu verdanken ? Egal und drauf geschissen... Curri mit nem Solo kurz vorm Sechzehner gestoppt. Dann Erich zum Ersten mit nem Kopfball knapp drüber und zum Zweiten mit nem noch Wuchtigeren nach Freistoß von Hochscheidt- aber gut pariert vom bärtigen Berbig. Kurz später nach flachem Pass von Curri (das Beste was er hat machen können) überlegt vors Tor und dann Erich zum Dritten ins Eck. TOR. 1-0. Na also, geht doch. Nur der olle Lindemann durfte Männel zu ner Glanzparade zwingen. Ansonsten harmlos der VfL. Hochscheidt auch noch mal mit nem satten Schuss. Liess sich gut an, Halbzeit eins.

Glasner durfte auch mitspielen. Gemerkt haben wir es dadurch, uns an die eigenen Köppe zu greifen. Drübergerutscht, und das frei im Sechzehner. Autsch. Dann wieder Erich wie einst Uwe Seeler mit dem Hinterkopf. Berbig parierte und auf den Rängen röchelte man das zweiter Tor herbei. Freistoss Hochscheidt, der den Ball an Freund und Feind vorbei hieb- na wer ist denn da am langen Pfosten und schiebt ... TOR. Klar, Erich wars (dumme Frage). 2-0. Dieser Drops ist gelutscht. Kurze Randnotiz: der Unverwechselbare Matze Heidrich, der einzige der Helden von anno dunnemals und Gerds ewiger Ziehsohn aus vergangenen Tagen mit dem Hauch einer Kopfballchance für die höflichen Gäste (das Beste was er hat machen können). Und dann durfte Erich noch mal kurz vor Schluss den herauslaufenden Berbig aus 40m Torentfernung düpieren. Feynes Ding. TOR zum 3-0 Endstand. Wann hatte es sowas zum letzten Mal gegeben? Ach ja, der dicke Onkel Lulu gg. Jena im März 09. Doch wayne interessierts ...

Nun gibt es um die zweieinhalb begehrten Plätze an der Sonne ne handvoll Kandidaten, die Unsrigen inbegriffen. Die Ausgangslage täuscht kommod- man hat zwar eine Partie mehr, aber Schwächeln is nich. Nur solche Sprüche Herr Hensel, man habe den Auswärtsfluch besiegelt- bitte nimmer abgeben, gelle? Mal ein Interview üben! Letztlich muss man doch noch dreimal in den schmucken Präsentkorb- ähh Mannschaftsbus rein. Und Herr Decker von der Platzwalzbrigade bitte zum Rapport: da fault dem amtsmüden Michel (von 2003 bis 2008 Wachpersonal Blöcke O,P) über den Winter seine Fichtenprothese vom Oberarm und der Vorfall wird verschwiegen? Richten wir die Blicke voraus Richtung Westfalien: die Verteidigung der Heimat beginnt schon in der Fremde, erst recht wenn die Stärke an der Spitze endlich breiter geworden ist. Und wenn man sich (Zitat Erich) endlich die Müdigkeit rausgelaufen hat, dann bleibt der Klare (Gedanke) auch im Kopp. Prost, duck und wech.

geschrieben von: Stülpner