24. Spieltag 3. Liga 2009/10
FC Erzgebirge Aue - SG Dynamo Dresden 2:0

In drei Minuten alles passiert (oder vor dem Spiel ist nach dem Spiel)

Traumwetter. Mittwochabend. Flutlichtspiel. Sachsenderby. Heimsieg ohne Glanz und Gloria. Erwartungsgemäß sollte nun eigentlich ein investigativer Spielbericht folgen, der aufzeigt, mit welchen Mitteln der Gegner bezwungen wurde und wie unter dem Jubel der Ränge selbiger die Waffen streckte. Mitnichten. Der hundertjährige Kalender meint: bis 26. März schönes Wetter und darauf Regen. Stimmt. Irgendwelche Phrasenkäuer meinen: Derbysiege sind die Geilsten. Stimmt. Nur was war passiert und warum spricht keiner mehr drüber ?

Das erste Highlight nur für die Vip-Zelt-Belagerer. Der Bus der Gäste entwickelte eine Eigendynamik und kaschierte eine Dachrinne. Von Opferzahlen bzw. Höhe des Dachschadens ist bislang nichts bekannt - die hiesigen polizeilichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, sachdienliche Hinweise etc. blubb. Irgendwann gings los, Punkt 18.30 Uhr. Mal wieder ne große Kulisse vor 13.200 Mäulern. Sportsfreund Braham mit Wasser im Knie (?) und unser kleiner Klotz mal wieder unpässlich. Dafür Erich und den Müllerschen rein. Aue auf die Kurve und die Dynadrüsen auf die Ihrige. Bissl mulmig am Anfang, denn die Nahmos bissl agiler als unsere Götter in halbweiß *g*. Doch das gab sich schnell. Zwen No. 13 Müller (wo hat der sich das letzte Jahr versteckt) mit einem Knallbonbon (wie es Bodo Boeck auszudrücken pflegt) auf den Kreissaalkeller, der noch die Fäuste vor die Lampe bekam und dann noch ein Solo vom Müller - welches er nur vergass Richtung kurzen Pfosten SELBST abzuschließen. Man könnte, wenn man wöllte, kursierte es durch den Block. Nun denn. Erst durfte noch Safran eine Halbchance vertun und dann war die Mission in knapp drei Minuten ergebnisgerecht in Sack und Tüten. Warum? Freistoss Kos in die Traube, Ramaj am höchsten- Ball geht Richtung Erich und dank Frisur in die lange Ecke. 1-0. Im Anschluss >>Torpogo royal<< vom Feinsten. Erich konnte es schon immer und keiner ahnte es. Knappe drei Atemzüge drauf Herr Glasner mit nem schneidigen Pass auf Hochscheidt, der in den Strafraum geht, seinen Gegenspieler aussteigen lässt und in die lange Ecke schlenzt. Tor, 2-0. Ein Schlitzohr dieser Hochscheidt. Außerdem gefielen wie erwähnt Müller und Glasner, neben Aggimann (O-Ton Linienmeister Schmitt) sowieso.

Erwähnenswert in HZ Zwo die Anekdote, als Gast-Mauke in Minute 48 drei seiner Dunstkappen austauschte, am Stück und ungeschnitten. Wollte uns womöglich einer verunsichern, was? Raffinierte Einlage vom dicken Mauke, unterhaltsam aber praxisuntauglich. Und hoppla noch einer. Ein halbhoher Rückpass eines Dynasportlers Richtung eigenen Keller - gleichnamiger wuchtig drüberschlägt (Lob an Platzwart). Ball schneller als Keller. Feines Ding. Nur Ball schlich knapp am Pfosten vorbei. Gelächter. Wenn wir schon nichts zustande bringen *g* Die anschließende Ecke brachte wie alle anderen erfahrungsgemäß nichts ein. Achja, so ein Striffler im schwarzgelben Dress durfte mit Männels Hilfe (laut Angaben vom mdr gerade zwei Jahre verlängert) noch den Pfosten tuschieren (also den Ball mein ich). Das drohende Anschlusstor war nach dem Ding nie ein Thema. Die Abwehr stand. Mehr ging aber net zusammen. Aue wollte nicht und Dynamo lt. >>Fachpresse<< des Folgetages unterirdisch. Die ganzen Zuschüsse und Bürgschaften müssen einem wohl schwer zu schaffen machen.

Was der Tag brachte, war die Erkenntnis, dass das nächste Heimspiel mal wieder ein Wegweisendes ist. Kulisse top. Stimmung mal wieder besser. Schiri unter ferner Liefen. Trotz magerer zweieinhalb Chancen darf man uns drei verdiente Punkte attestieren. Pflicht erfüllt. Primärklassenziel mit 45 Punkten erreicht. Für die Schönrechner unter uns: dümmlicherweise erdreistete sich Ingolstadt auswärts drei Punkte. Wir sind momentan halt nur (!) oben dran. Was offenbart uns der hundertjährige Kalender: der April fängt schön an, wird am Ende aber unstet und ganz wunderlich. Im Mai dann anfangs Wärmegewitter und später mächtig fruchtbar ...

geschrieben von: Stülpner