37.Spieltag 3.Liga 2009/10
FC Erzgebirge Aue - Eintracht Braunschweig 2:1
Am Ende ne runde Sache - von den Leiden erlöst oder endlich wieder ruhigere Fahrwasser
Caschperl, Melchi, Balthasar, die Berliner Sozialgerichtsbarkeit und ein Spochtveteran mit zweifelhaftem Ruf-Stopp. Hatten wir doch schon mit Vogel Reinald. Nö. Hatten wir noch nicht, denn die Fortsetzung des 2-0 und gleichsam souveränen Auswärtssieges kurz zuvor in Burghausen fand die Fortsetzung im Zitterspiel gegen Wehen und zum ersten von zwei Matchbällen gegen die Braunschweiger. Die illustre Reisegruppe mit fundamentalem geschichtlichen Hintergrundwissen- kurz 20-C-M-B-10- Chemical Madness Busters on Tour (Zwischenruf von Besoldungsgruppe R1) krähte oder viel besser scharte dem Saisonende entgegen. Nach der Erleichterung, dass endlich auch unausgesprochene Dinge geklärt wurden (Sonnenuhren gibt es meist mit einem Zeiger und werden in den aller seltensten Fällen umgestellt) und dem Glück des Tüchtigen gegen starke Wiesbadener- stehend K.O. aber mit Einsatz und Courage nach Rückstand und Unterzahl einen Punkt spät abends am Dienstag gerettet- stand das letzte Heimspiel an. Verlieren verboten gegen einen Gegner der seinerseits mit dem Rücken zur Wand steht. Nervenkitzel pur bei ausverkauftem Haus.
Statistiken, Planspielchen, Hochrechnungen auf der Einen, Muffensausen, Dünnpfiff, feuchte Hände, Schlaflosigkeit auf der Anderen Seite prägten das Szenario vom 28. bis 30. April. In ganzen 72 Stunden Status quo, Tabellenführer mit der besten Ausgangssituation aber mit auf dem Zahnfleisch kriechenden Personal ob der unsäglichen Nachholpartien mürbe und müde. Aufstellung mit Auswärtstaktik. Entsprechend nervös zeigten sich die Akteure zu Beginn der Partie. Schreyen hülft gegen Nervousität. Sollte man sich merken und wurde auch von allerhand Volk beibehalten. Der Funke sprang über (was auch am einäugigen Pfeiffenheinz lag) und Erich mit der ersten nennenswerten Möglichkeit (20. min.) prüfte mit Kopfball den BTSV- Keeper. Das Feuer war da, aber geglüht wurde später. Die Eintracht gefällig aber nach vorn >>noch<< harmlos. Ein Herr Calligula/ Calamita (oder so) an der Abwehr vorbei, fummelt *g* und galant das Spielgerät an das Außennetz geschoben. Durchatmen. Nun wieder Aue. Unser kleiner Klotz über Außen von rechts die Abwehr überlaufen und auf Curri gepasst. Der lässt einen Gegenspieler aussteigen- und ... Vorbei. So ein Depp. Ein bissl Geplänkel noch und Ende HZ 1. Glück gehabt. Gefühltes Eckenverhältnis 1- 25.
Der Führungstreffer von Kiel in Osnabrück, wie auch das Remis von Wehen gegen die Schanzer stimmten vorsichtig optimistisch, selbige Nachrichten entpuppten sich leider kurze Zeit später als laue Fürze im Frühjahrswind. Die Eintracht optisch zielstrebiger, aber unsere Abwehr steht- jedenfalls noch. Aus dem Nichts ein Pass in die Spitze, Erich hält den Ball, schirmt ihn ab, verliert ihn ... doch nicht, spitztelt Richtung Hensel- und der zieht durch, der Ball zischt flach neben den Pfosten ins Netz, 1-0. Aber Braunschweig kam. Gefällig und noch schneller im Spiel nach vorne. Nach ner Halbchance isses dann passiert. Boland mit Sonntagschuss ins obere linke Eck. 1-1 (65. min.). Oje. Ausgleich und Braunschweig am Drücker. Irgendwie hatten wir Glück, denn Braunschweig war an diesem Tag zu taub. Männel ausgetanzt und aus spitzem Winkel mit Luft nach hinten daneben (Morabit) und Onuegbu frei vorm Tor volley vorbei. Als sich die Lage etwas entspannte kurz vor Schluss Le Beau nach ner Ecke mit dem überraschendem 2-1 Siegtreffer per Kopf. Danach Aue mit Übergewicht, aber nochmal Freistoss Braunschweig, Herzstillstand- aber drüber. Danach Ende. Freudentränen, Gesänge, erleichterte Gesichter, Gebete. Rasen gestürmt. Aufstiege sind die Geilsten. Hauptsponsor Hasseröder sollte dass beim nächsten Mal besser machen, sprich statt einem niedlichen Bierbollerwägelchen mit schäkernden Tanten dürfens einige Fuhrwerke mehr sein. Aufstieg und Biernotstand (!), und das eine Stunde nach dem Schlusspfiff. Skandal. Ein Getränk wurde trotzdem eingenommen- Gott erhalts und Glück auf.
geschrieben von: Stülpner |